72.500 neue Stellen in der Wachstumsregion Ems-Achse

Prognose wurde schon zur Halbzeit um das Sechsfache übertroffen

Präsentierten die Halbzeitbilanz der Beschäftigungsprojektion für die Ems-Achse (von links): Roland Dupák (Agentur für Arbeit Emden/Leer), Dr. Dirk Lüerßen (Ems-Achse) und Hans-Joachim Haming (Agentur für Arbeit Nordhorn).

„Wir wussten, dass sich unsere Region positiv entwickelt hat – aber mit diesen Zahlen haben selbst wir nicht gerechnet“, leitet Dr. Dirk Lüerßen, Geschäftsführer der Wachstumsregion Ems-Achse, die beeindruckenden Zahlen auf einem Pressegespräch des Regionalbündnisses am Montag ein: Über 72.000 neue Stellen sind seit 2008 im Emsland, in der Grafschaft Bentheim und in Ostfriesland entstanden – „alle sozialversicherungspflichtig“, unterstreicht Hans-Joachim Haming, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nordhorn. Er hatte 2009 gemeinsam mit Lüerßen als Projektleiter für die erste Fachkräfteinitiative des Vereins die Studie „Beschäftigungsprojektion Wachstumsregion Ems-Achse bis zum Jahr 2025“ in Auftrag gegeben. Inzwischen sind die Arbeitsmarktdaten 2017 bekannt und so konnte zur „Halbzeit“ Bilanz gezogen werden.

„Ausgehend von den seinerzeit vorliegenden Zahlen war bis 2025 ein Zuwachs von 12.000 Stellen erwartet worden“, so Haming: „Wir liegen schon jetzt beim Sechsfachen des erwarteten Zuwachses!“ Besonders erfreulich ist aus Sicht der Arbeitsmarktexperten, dass sich die gesamte Region gleichermaßen positiv entwickelt. „In der Prognose entstand das Wachstum nur in der südlichen Ems-Achse“, erklärt Roland Dupák, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Emden/Leer. Aber auch im Norden seien die tatsächlichen Zahlen viel positiver als erwartet. „Ostfriesland wächst mit plus 27 Prozent bei den Stellen ähnlich dynamisch wie das Emsland und die Grafschaft Bentheim mit 28 Prozent“, so Dupák.

Und eine weitere erfreuliche Botschaft wurde am Montag präsentiert: Die Zahl der Teilzeitstellen hat sich in dem Zeitraum nahezu verdoppelt – von 43.600 auf 87.000. „Die Arbeitgeber in der Region haben es verstanden, das Potenzial der Frauen, die sich häufig eine Teilzeit-Beschäftigung wünschen, abzurufen und zu fördern“, betont Haming. Damit könne die Region weiter bei der immer noch unterdurchschnittlichen Frauen-Erwerbsquote aufholen.

Dupák, Haming und Lüerßen sehen in den Zahlen auch eine Bestätigung für die gemeinsamen Anstrengungen im Regionalen Fachkräftebündnis Ems-Achse. „Es wird eine immer größere Herausforderung, die entstehenden Lücken bei den Arbeitgebern zu besetzen“, sagt Dupák. Deshalb sei die Region gut beraten, gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um für Arbeits- und Fachkräfte zu werben. „Der Kampf um die besten Köpfe ist auch zwischen den Regionen längst in vollem Gange. Wir glauben aber, dass wir mit unseren Aktivitäten gut aufgestellt sind“, zeigt sich Lüerßen optimistisch. 

 

Hintergrund:

Die 2006 gegründete Wachstumsregion Ems-Achse ist ein Bündnis von Unternehmen, Kommunen, Bildungseinrichtungen, Kammern und Verbänden in Ostfriesland, im Emsland und in der Grafschaft Bentheim. Die über 570 Mitglieder der Ems-Achse beschäftigen zusammen mehr als 100.000 Menschen. Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit sind die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften, die Vernetzung der Akteure und Lobbying für die Region. Mehr unter www.emsachse.de.

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