„Ohne sie rollt nichts“

Marvin Lüken hat als Straßenwärter gute Perspektiven in der Heimat

Orange ist ihre Farbe, die Straße ihr Arbeitsplatz, Straßenwärter sorgen dafür, dass die Verkehrswege sicher sind. Ganz ungefährlich ist die Arbeit allerdings nicht.

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Marvin Lüken hat sich 2011 ganz bewusst für eine Ausbildung als Straßenwärter bei der Straßenmeisterei in Friesoythe entschieden. „Das Thema Straßenbau hat mich schon immer interessiert, denn ein leistungsfähiges Straßennetz ist doch irgendwie für alle Menschen von Bedeutung. Zudem bietet die Straßenmeisterei ein breites Aufgabenspektrum“, erzählt Lüken, der nach seiner dreijährigen Ausbildung als Geselle übernommen wurde. Als Straßenwärter kontrollieren der 25-Jährige und seine Kollegen Verkehrswege auf Schäden, warten sie und halten sie instand. Sie beseitigen Verschmutzungen, reparieren Fahrbahndecken, pflegen Grünflächen, reinigen und warten Entwässerungseinrichtungen, sichern Bau- und Unfallstellen ab und stellen Verkehrsschilder auf. „Nicht immer lassen sich die Einsätze genau planen: Mitunter ist Eile geboten. Zum Beispiel, wenn Äste auf die Straße gefallen sind und mit schwerem Gerät entfernt werden müssen. Dabei gilt stets, den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen“, erzählt Lüken.

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Im Winter haben die Retter der Straße besonders viel zu tun: Denn sie übernehmen den Räum- und Streudienst. „Wer hier arbeitet, für den wird die Nacht ab und an zum Tag, je nach Schichteinteilung natürlich. Bei schwierigen Winterverhältnissen beginnt die Arbeitszeit schon mal gegen ca. zwei Uhr nachts“, erklärt er. Dann gilt es für die Straßenwärter, die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen zu räumen und zu streuen. Das Team am Standort Friesoythe besteht aus 28 Kollegen, 22 davon sind auf den Straßen unterwegs, sechs arbeiten im Innendienst. Aktuell beschäftigt Friesoythe einen Auszubildenden. Wer sich für eine Ausbildung als Straßenwärter entscheidet, genießt viele Vorzüge: Ein bezahlter LKW-Führerschein, finanzierte Motorsägen-Lehrgänge, Berufsschule als Blockunterricht – Unterkunft und Reisekosten werden vom Betrieb übernommen. „Wir bilden bedarfsgerecht aus, in der Regel werden die Azubis nach der Ausbildung übernommen“, erklärt Lüken. Die Straßenmeisterei Friesoythe zählt wie Meppen, Papenburg, Löningen und Nordhorn zu den Meistereien im Geschäftsbereich Lingen. Lingen ist wiederum einer von 13 Geschäftsbereichen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

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Kürzlich absolvierte Lüken, der in Kampe, einem Ortsteil von Friesoythe lebt, seine Straßenwärter-Meisterprüfung. Er hofft auf eine Meisterstelle, die ab Frühjahr 2021 ausgeschrieben sein wird. Sollte es mit der Stelle klappen, wird sich sein Aufgabenbereich noch einmal verändern: „Dann wäre ich hauptsächlich mit der Einteilung meiner Kollegen, der Bearbeitung von Unfällen sowie der Koordination von Fremdunternehmen beschäftigt“, so Lüken, der seinen heimatnahen, abwechslungsreichen und krisensicheren Job sehr schätzt.

Überhaupt fühlt er sich in Friesoythe und Umgebung ausgesprochen wohl: „Ich mag das Dorfleben – den Freiraum und den Platz, der einem hier geboten wird, ebenso wie z.B. das familiäre Verhältnis zu den Nachbarn.“ Lüken fühlt sich gut integriert: „Ich spiele Fußball hier in Kampe und engagiere mich zudem als Vorstandsmitglied in der Landjugend bei uns im Ort.“ Er ist sich sicher, dass er dort bauen und leben möchte. Die ersten Pläne für ein eigenes Haus im Grünen sind schon geschmiedet.